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13.10.2022

Warum „bio“ und „fair“ so gut zusammenpassen.

Was haben eine nachhaltige Produktion und der faire Handel gemeinsam? So einiges! Das Eine bedingt in gewisser Weise das Andere, denn wirklich fairer Handel ist mit Chemikalien nur bedingt möglich, wie wir im heutigen Blogbeitrag darlegen.

DER ÖKOLOGISCHE ANBAU HÄLT EINZUG IN DIE FAIR TRADE WELT

Zugegeben: In den Anfängen des fairen Handels spielte der ökologische Anbau noch keine bedeutende Rolle. Im Vordergrund standen wirtschaftliche und soziale Lebens- und Arbeitsbedingungen der Produzierenden vor Ort zu verbessern. Dabei setzte man sich nur begrenzt mit Umweltaspekten auseinander. Im Laufe der Zeit änderten sich diese Prioritäten jedoch: Eine ökologische Sorgfalt ist für den fairen Handel essenziell geworden. Denn es wurde erkannt, dass die Grundwerte des fairen Handels auf Dauer nur mit einer umweltfreundlichen Produktionsweise einhergehen können. Beispielsweise lässt sich das früh festgelegte Kriterium «gesundheitsverträgliche Arbeitsbedingungen für Produzent*innen schaffen» nicht mit dem Einsatz auch für den Menschen giftiger Pestizide auf den Farmen vereinbaren. Oder «eine Förderung nachhaltiger wirtschaftlicher und sozialer Entwicklung in den Ursprungsländern» kann nicht einhergehen mit Anbauweisen, welche den Klimawandel begünstigen. Denn das führt zu Umweltkatastrophen, die aktuell und mittelfristig vor allem den Weltsüden treffen.

GANZHEITLICHE FAIRNESS DURCH NACHHALTIGKEIT

Werden Produzent*innen in der fair trade Kooperative hin zum ökologischen Anbau begleitet, ist das für sie auf vielerlei Weise fruchtbar: Auf den Feldern und Plantagen tut sich oftmals eine neue biologische Vielfalt auf, aus welcher gewinnbringende Nebenerzeugnisse entstehen. Im Film «Decolonize Chocolate» werden die positiven Zusammenhänge deutlich: Als die Kakaobäuerin Mavis nach Anschluss an die fair trade Kooperation «Yayra Glover Ltd.» beginnt, auf ökologischen Anbau umzustellen und keine giftigen Pestizide mehr einsetzt, gedeiht neben den Kakaobäumen auf einmal auch andere Flora und Fauna: Yamswurzeln, Pilze und Kochbananenstauden wachsen nun zwischen den Kakaobäumen. Auf der Plantage tummeln sich Riesenschnecken –  eine ghanaische Spezialität. Die Kakaobäume überstanden sogar eine schwerwiegende Dürreperiode besser als die Bäume umliegender Farmen aus konventionellem Anbau. Das ist insbesondere relevant, weil im Zuge der Klimakrise Häufigkeit und Intensität von Dürren im afrikanischen Raum vermutlich noch zunehmen werden. – Und die wasserliebenden Kakaobäume werden darunter leiden. Der ökologische Anbau ist nicht nur per se klimafreundlich, sondern scheint auch resistenter gegen die fatalen Auswirkungen des Klimawandels zu sein.

KNOW-HOW ÜBER ÖKOLOGISCHEN ANBAU MACHT PRODUZENT*INNEN UNABHÄNGIG

Einige fair-trade-Kooperativen führen intensive Schulungen für die Produzent*innen durch und unterstützen auch vor Ort bei der Umstellung auf ökologische Produktion. Mehr Wissen über die Natur und den umweltverträglichen Anbau der eigenen Pflanzen zu haben, befähigt die Produzent*innen zudem, wirklich autark zu werden. Man beginnt, unabhängig von Düngemittel- und Pestizidherstellern sowie Saatgutverkäufer*innen zu werden. Endlich können gesundheitsverträgliche Arbeitsbedingungen sichergestellt werden. Vielen Bäuer*innen, die auf ökologischen Anbau umstellen, war vorher nicht bekannt, dass die von ihnen eingesetzten Chemikalien zu gesundheitlichen Schäden führen können.

ZU BEGINN EINER FAIR TRADE KOOPERATION MÜSSEN PRODUZENT*INNEN ABGEHOLT WERDEN, WO SIE STEHEN

Es wird deutlich: Biologischer Anbau und fairer Handel sind ein „Dreamteam“. Dennoch: Bio-Produkte sind nicht unbedingt fair gehandelt und nicht alle fair gehandelten Produkte sind «bio». Warum ist das der Fall? 

Die Antwort: Der ökologische Anbau ist ein Prozess! Am Anfang einer fair trade Kooperation steht immer noch – so wie in den Anfängen des fairen Handels –, die Produzent*innen dort abzuholen, wo sie stehen. Zu hohe Bio-Standards als Eingangsvoraussetzung in das fair-trade-System würden viele Produzierende ausgrenzen. Denn eine Umstellung auf Bio-Produktion nimmt viele Ressourcen in Anspruch. Eine Begleitung hierbei ist wichtig. Der Wandel geschieht dann Schritt für Schritt und oftmals mit viel finanzieller und Know-how-Unterstützung. Einen Einblick in den Wandel von herkömmlicher Kakaoproduktion hin zu Bio-Kakao erhältst du auch in diesem Video von Yayra Glover Ltd.: Organic Cocoa Farmer.

Es wird deutlich: Fair trade und eine umweltverträgliche Produktionsweise sind kaum mehr trennbar. Die Grundwerte, auf denen der faire Handel basiert, verpflichten gar zu einer Förderung ökologischen Landbaus. Denn dieser hat positive soziale, wirtschaftliche und klimatische Auswirkungen. Wo nur immer möglich fördern claro und andere fair-trade-Unternehmen deshalb den biologischen Landbau. 

DIE NATUR WEISS ES AM BESTEN: FAIR-TRADE-PRODUZENT*INNEN FÖRDERN DEN ÖKOLOGISCHEN WANDEL

Fair-trade-Produzent*innen übernehmen immer wieder proaktiv Verantwortung und suchen umweltschonende Alternativen zu bereits bestehenden Produkten. Beispielsweise sind die Kaffeekapseln von Tropical Mountains kompostierbar und aluminiumfrei. Die Kaffeebäume des kleinen Familienbetriebs aus Peru wachsen unter der tropischen Sonne, gut geschützt durch den Schatten der einheimischen Flora. Beim Anbau werden niemals Chemikalien eingesetzt, da sie das umliegende Ökosystem schädigen könnten. Die kostbare handverlesene Ernte wird mit grösster Sorgfalt behandelt. 

FÜR FAIR TRADE UNTERNEHMEN WIRD GANZHEITLICHES DENKEN EIN MUSS

Es wird deutlich: Fair trade und eine umweltverträgliche Produktionsweise sind kaum mehr trennbar. Die Grundwerte, auf denen der faire Handel basiert, verpflichten gar zu einer Förderung ökologischen Landbaus. Denn dieser hat positive soziale, wirtschaftliche und klimatische Auswirkungen. Wo nur immer möglich fördern claro und andere Fair-trade-Unternehmen deshalb den biologischen Landbau.
 

Text: claro fairtrade AG

28.07.2022

Für mehr Klimagerechtigkeit: Wie wir jetzt eine positive Zukunft gestalten können.

Kakaoschoten werden für die fairafric Schokolade geerntet. (Foto: fairafric Ghana Ltd / claro fair trade AG).

„Was ist eigentlich Klimagerechtigkeit?“, wirst du dich jetzt vielleicht fragen. „Und was habe ich damit zu tun?“ In diesem Artikel geben wir Antworten: Wie gehen Klimawandel und zunehmende soziale Ungerechtigkeit (leider) Hand in Hand? (Stichwort „climate justice“) Und wie kann jeder einzelne von uns einen wertvollen Beitrag zu positiver Veränderung leisten?

Wenn wir an die „Zukunft“ denken, beschäftigt uns mittlerweile häufig das Thema Klimawandel.

Wie wird sich unser Leben auf diesem Planeten verändern, wenn die Erderwärmung weiter so rasant zunimmt? Einen Vorgeschmack erleben wir dieser Tage: Bereits die dritte Hitzewelle dieses Sommers zieht über Europa. Vielerorts wüten schwer kontrollierbare Waldbrände und Menschenleben sind in Gefahr.

claros Produzent*innen im Weltsüden bekommen die gravierenden Auswirkungen des Klimawandels in anderen Teilen der Welt schon seit Längerem zu spüren.

Unsere Lieferant*innen im Weltsüden – meist kleinbäuerliche Betriebe – haben beim Anbau von Lebensmitteln schon seit einiger Zeit verstärkt mit Herausforderungen zu kämpfen, welche sich unmittelbar auf den Klimawandel zurückführen lassen: Regelmässig führen hohe Ernteausfälle zu existenzbedrohenden Szenarien. Ende Dezember 2021 wütete beispielsweise der Taifun Odette auf den Philippinen. Odette verwüstete dabei breite Landstriche mit Wohnhäusern, Infrastruktur und Landwirtschaft. Bananenplantagen, Reis-, Korn- und Gemüsefelder sowie Zuckerrohrplantagen wurden zum Teil völlig zerstört.

Ungerecht ist, dass die Klein*bäuerinnen besonders hart von den Folgen des Klimawandels betroffen sind, obwohl sie diesen am wenigsten zu verschulden haben.

Die Kleinproduzent*innen verfügen über weniger Mittel und Reserven als grössere Betriebe, deshalb sind sie durch wirtschaftliche Schwankungen und Unvorhergesehenes besonders gefährdet. Der Klimawandel macht die Armen noch ärmer. Und das, obwohl sie den Klimawandel am wenigsten zu verantworten haben. Denn die kleinen, oft familiär geführten Unternehmen:

  1. haben in der Regel geringe CO2 Emissionen. Zum Vergleich: 1.3 Billionen Menschen, die auf dem Kontinent Afrika leben, sind für weniger als 4 % des weltweiten Kohlendioxid-Ausstosses verantwortlich.
  2. tun ihr bestes, um die Umwelt zu schützen, beispielsweise mit ökologischen Anbaumethoden, und dem Einsatz von Bio-Dünger sowie aufwändigem Abfall-Recycling
  3. nutzen klimafreundliche, erneuerbare Energien und Materialien
claro und andere Handelsorganisationen der European Fair Trade Association (EFTA) unterstützen die kleinbäuerlichen Betriebe finanziell und mit Trainings, um „klimaresilienter“ zu werden

Um sich vor den schlimmen Auswirkungen des Klimawandels bestmöglich zu schützen, unterstützen claro und andere Handelsorganisationen der EFTA  («European Fair Trade Association») die Klein*bäuerinnen: Mit Gewinnen aus dem Fair Trade Handel werden Projekte für Bodenschutz, Diversifizierung und Aufforstung gefördert. Auch Schäden aufgrund des Klimawandels, wie etwa Naturkatastrophen, können teilweise abgefangen werden.

claro hat hierfür den sogenannten „Produzent*innenförderfond“ eingerichtet, der auch existenzbedrohende Notlagen abfedern soll. Als die Philippinen im Dezember 2021 von der Naturkatastrophe, dem Taifun Odette, getroffen wurden, konnten aus dem Fond beispielsweise 20‘000.– CHF Soforthilfe für den Wiederaufbau der Landwirtschaft an die Produzent*innenorganisation Altertrade geschöpft werden.

„Die Zukunft kann man am besten voraussagen, wenn man sie selbst gestaltet.“ – Alan Kay

Die Metereologen sind sich einig: Wenn sich das Klima in dieser Geschwindigkeit weiter erwärmt, werden sich Probleme durch Dürren und andere Umweltkatastrophen in den nächsten Jahrzehnten deutlich verschärfen und es wird auch für die Produzent*innen im Weltsüden immer schwerer werden, sich zu schützen.

Natürlich würden wir uns allen gerne eine andere Zukunft voraussagen! (– um das obige Zitat aufzugreifen.) Nämlich eine, die klimafreundlich und sozial gerecht ist!

Oft fühlen wir uns vor dem Ausmass der globalen Krise jedoch machtlos und  denken „was kann ich schon anrichten?“. Wir meinen,nur grosse politische Organisationen und Staatenlenker könnten tatsächlich noch das (Klima)ruder rumreissen. In Wahrheit haben wir jedoch selbst die Macht, um doch noch eine Wendung in der Klimakrise und damit auch mehr soziale Gerechtigkeit für den Weltsüden herbeizuführen. Die Fridays For Future Bewegung hat es vorgemacht: Was bei einem einzelnen Menschen beginnt, kann globale Wellen schlagen. Jeder einzelne kann Treiber der grossen Veränderung werden.

Deshalb hier ein paar Vorschläge für jeden einzelnen von uns:

1) Lebensgewohnheiten ändern: Konsum und Mobilität

Mittlerweile weiss fast jeder: „Bio“, „regional“, „fair“ und „vegan“ sind wichtige, klimafreundliche Stichpunkte beim Einkauf. Und dass man öfter mal das Velo, den Zug oder den Bus nehmen sollte, anstatt bequem ins Auto zu steigen, die Ferien auf Mallorca lieber gegen die heimischen Berge tauschen sollte, ist den meisten auch klar. Doch Hand aufs Herz: Wer beherzigt immer all diese Punkte? Genau: (fast) niemand. Und hier kommen die good news: Es geht nicht um Perfektion. Stattdessen ist „immer öfter“ die Devise! Studien belegen, dass nachhaltige Veränderung von Gewohnheiten in kleinen Schritten viel besser gelingt. Wer sich zu schnell zu viel vornimmt, scheitert eher. Doch was, wenn ich es schaffen würde, eine Mahlzeit am Tag genussvoll vegan zu essen? Oder zu Weihnachten konsequent mit gutem Gefühl Fair Trade Schokolade zu verschenken? Dann habe ich einen wertvollen Anfang gemacht.

2) Das Bewusstsein für Klimagerechtigkeit stärken

Mach‘ andere Menschen auf das Thema „climate justice“ aufmerksam! Teile diesen Blogbeitrag mit Familie und Freunden. Auf der Website von LetsDoItFair findest du Kampagnenmaterial wie Videos, Poster und Flyer zum Thema Klimagerechtigkeit. In den sozialen Medien kannst du den Hashtag #letsdoitfair verwenden. Die LetsDoItFair-Kampagne wurde von der EFTA (European Fair Trade Association) entwickelt. Claro und andere Fair Trade Organisationen unterstützen sie, um das Wissen zum Thema Klimagerechtigkeit zu verbreiten. Sei auch du ein Teil davon!

3) Sich an der politischen Diskussion beteiligen.

Einen persönlichen Brief an einen Politiker schreiben, auf eine Demo gehen, eine Petition unterschreiben, es gibt viele Wege seine Stimme zu erheben und der Politik zu zeigen: „Wir bestehen darauf, dass ihr jetzt etwas ändert! Wir möchten, dass ihr mutiger werdet und sich wirklich etwas ändert!“ Aber auch die Unterhaltung mit der Familie beim Z’mittag kann sich um die grossen Weltthemen drehen. Für die eigenen Werte einzustehen, gibt ein gutes Gefühl. Beteilige dich an der politischen Diskussion, im Privaten und im Öffentlichen.

Text: claro fairtrade AG

03.11.2021

Ausgesuchte Geschenkideen für Kinder

Unser Angebot an Spielwaren und Artikeln für Kinder wurde in den letzten beiden Jahren vielfältig und farbig ausgebaut. Lernen Sie drei unserer Lieferanten kennen:

Diverse Stoffspielsets (Produkte von claro fair trade AG)

Die Stoffspielsets werden durch Selyn Exporters (Pvt) Ltd in Indien aus handgewobener Baumwolle produziert. Selyn Exporters ist ein Claro Partner seit 2002.

Der Betrieb ermöglicht vor allem Frauen Entwicklungsperspektiven, wertet die traditionellen Handweberei auf sowie deren Produkteentwicklung und stärkt als Pilotbetrieb den fairen Handel.

Strickdecken und Kissen mit diversen Tiersujets

(Scout handmade goods)

Scout verbindet Fairtrade mit modernem Design und fördert so das traditionelle Handwerk.

Der Lieferant sucht auf der ganzen Welt nach altem Kunsthandwerk und traditionellen Handwerkstechniken und geht langfristige Kooperationen mit Fairtrade Produzenten, Familienbetrieben und Werkstätten ein.

Persönlicher Kontakt und regelmässige Besuche vor Ort sichern eine partnerschaftliche und erfolgreiche Zusammenarbeit.

Tschäppu (Alpenrösli)

Seit 2015 bietet die Stadt Thun erwerbslosen und sozialhilfebeziehenden Personen im Atelier Boutique Bistro Alpenrösli an der Allmendstrasse befristete Arbeitsplätze. Der Betrieb beinhaltet ein Werk- und Textilatelier, ein Bistro und ein Verkaufslokal.             Die Produkte entstehen möglichst aus wiederverwerteten Materialien.

Tschäppus sind Kinderhüte, beidseitig tragbar aus wiederverwendeten Baumwollstoffen. Jede Lieferung ist eine Überraschung.

01.06.2020

Trinkwasser ist wertvoll, B Poscht Beitrag Mai

Den Wasserhahn öffnen und sauberes Trinkwasser fliesst – keine Selbstverständlichkeit

Wie wichtig ist uns sauberes Trinkwasser? Wie gehen wir mit unseren Ressourcen um? Die Frage nach sauberem Trinkwasser polarisiert, ruft verschiedene Meinungen auf das politische Parkett und regt Gedanken zur Bedeutung von sauberem und sicherem Trinkwasser im Weltsüden an.

Wussten Sie, dass am 22. März Weltwassertag, mit dem Motto «Wasser wertschätzen» war? Verschiedene Organisationen machten auf die globale Wichtigkeit von sauberem Trinkwasser aufmerksam: 2,2 Milliarden Menschen weltweit haben keinen regelmäßigen Zugang zu sauberem Wasser.

Dabei sind mehr als zwei Drittel der Erde von Wasser bedeckt, weniger als drei Prozent davon ist trinkbar. Zudem ist Trinkwasser sehr ungleich verteilt. Was es heisst, den Alltag ohne steten Zugang zu sauberem Trinkwasser zu bewältigen, können wir uns kaum vorstellen. Zu selbstverständlich ist es für uns, täglich frisches Trinkwasser aus dem Wasserhahn zur Verfügung zu haben. Gerade darum: «Wasser wertschätzen», auch bei uns!

P.S. Schöne Trinkgläser und Karaffen von GlasArt finden Sie in unserem Laden.